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wir müssen mal über Schönheit reden…

marmeladekisses wreath of the month mai 3

Ja, wir müssen mal über Schönheit reden. Ganz dringend sogar! Am Samstag ereigenete sich folgende Situation, die mich über einige Gedanken zu diesem Post brachte:

Ich bin nach einem recht ereignisreichen Tag auf dem Rückweg nach Hause und halte noch schnell am Biomarkt um Abendessen zu besorgen. Ich husche durch den Laden, und während ich Endiviensalat, Kartoffeln, Käse und Eier in meinen Korb werfe, fällt mir ein Mann auf. Dieser Mann-Typ Jesus meets Öko- ist zusammen mit seiner Tochter dabei einzukaufen. Die beiden unterhalten sich sehr angeregt und laut, das Kind ist in dieser Fragephase… „Was ist das, Papa?“ „Das ist eine Avokado und die kaufen wir, weil sie so viele gute Fette hat.“ „Warum essen wir denn keine Schokolade?“ „Weil weißer Zucker absolut nicht gut ist. Nur dumme Menschen essen so etwas.“ Aha. Während wir uns während unserer Einkäufe kreuzen, schnappe ich also Fragen und Antworten auf und finde das, was ich höre noch ganz ok. Trotzdem verurteile ich den Vater schon ein bisschen, denn ich merke, dass er es geil findet, all seine Lebenseinstellungen über dieses Frage-Antwort-Spiel laut zu verkünden. Klar, ist ja auch ein sicheres Schiff, auf dem er in dem Gespräch mit seiner Tochter segelt. Wer mischt sich denn schon ein, wenn der Vater der Tochter die Welt erklärt. Ist ja seine Sache, wie er seine Kinder erzieht….

An der Kasse stehen die zwei dann drei Menschen hinter mir (ihr wisst, was ich meine oder?) und die Fragerei geht weiter. Im Bioladen herrscht die umgekehrte Aldiphilosophie und die Kassiererin und die Kunden lassen sich Zeit. Ich schätze das sehr und warte geduldig mit Muse und Vorfreude auf den Endivien-untereinander. Im besagten Geschäft befindet sich direkt vor der Kasse die Kosmetikabteilung. Meiner Meinung nach sind diese Abteilungen in den Bioläden viel zu klein. Was soll ich denn bei einem kleinen Schminkaufsteller, der immer die gleichen Produkte hat, gucken? Die Tochter ist sehr wissbegierig und braucht zu sämtlichen Produkten mehr Informationen und dann noch mehr. So höre ich hinter mir: „Was ist das?“ „Das ist Lippenstift. Damit bemalen sich Frauen, die sich ohne nicht schön genug fühlen.“ Ich muss grinsen, denn ich finde das lächerlich. Im Kopf der Tochter rattert es, ich höre das bis zu meinem Platz in der Schlange. Ist ja logisch, denn sie ist ein Mädchen und das im Regal ist Schminke. Kurz drifte ich ab und überlege ob sechs Spiegeleier für drei Personen zu wenig sind?! -den ganzen Tag nichts außer einer Schnitte gegessen und einen Mordshunger, der einem Glauben machen lässt, man würde jetzt von nichts satt werden. Ihr kennt das!- „Und was ist das?“ reißt es mich aus den Gedanken zurück zum Lippenstift. Der Kunde, der gerade an der Reihe ist, hat ein Pfandproblem und das wird jetzt erst mal ganz in Ruhe geklärt. „Auch damit malen sich die Leute an. Wir machen das nur an Fasching, denn wir sind auch so schön genug. Es gibt leider viele Frauen, die sich so wie sie sind nicht ausreichend schön fühlen und dann müssen die sich anmalen. Diese Frauen maskieren sich, weil sie ein riesiges Problem mit sich haben.“ Oha! Das Kind ist ruhig. Wahrscheinlich merkt es gerade, dass es Bock auf Lippenstift hat und mit seinem Vater etwas nicht stimmt. Das muss so ein kleiner Kinderkopf erst mal verarbeiten. Jedenfalls überlege ich daraufhin, wie viele Lippenstifte sich wohl gerade in meiner Handtasche befinden und wo eigentlich dieser eine, mit dem schönen Rotton ist. Den wollte ich doch neulich schon unbedingt suchen! Ich danke meiner guten Laune und meiner lässigen Haltung bekloppten Menschen gegenüber und bin an der Reihe meine Einkäufe zu zahlen. Tschüss du Obervater! Ich laufe zum Auto und ärgere mich darüber, dass ich jetzt gerade keinen Lippenstift trage. Wahrscheinlich meine Art mich über ihn aufzuregen. Auch nicht so ganz richtig, aber egal.

Ich möchte diesem Vater nun ganz offiziell dafür danken, dass er mit all seinen schönen, gut überlegten Antworten einen Gedankenprozess in Gang gesetzt hat. Und würde er das wissen, dann wäre er wahrscheinlich sehr stolz auf sich, denn über etwas nachzudenken ist doch der erste Schritt in die richtige Richtung. Man muss sich die Dinge bewusst machen und das dauert eben seine Zeit! Aber jeder, der nur über die Fette in der Avokado und seinen Lippenstift nachdenkt, der ist auf dem richtigen Weg! Und das alles dank ihm und seiner gesunden Einstellung über den Dingen und den Miteinkäufern zu stehen! Übrigens auch über der Frau an der Kasse, die hatte nämlich dick Lippenstift drauf und ich habe sie dafür sehr gefeiert und war dann auch besonders freundlich zu ihr.

Seit dieser „Begegnung“ am Samstag ploppte mir die Situation immer wieder in den Kopf. Ich habe mich gefragt, ob es in Ordnung ist, seinem kleinen Kind so krasse Regeln aufzulegen, ob ich mich von ihm indirekt angegriffen fühlte und ob jeder Mensch seine eigene Definition von Schönheit haben darf. Mit dem Ergebnis dreimal nein schreibe ich nun diesen Post. Ganz schlau habe ich erst mal nachgedacht und sacken lassen an zwei Tagen ohne Lippenstift.

marmeladekisses portraitfotografie 5

Meiner Meinung nach presst er sein Kind viel zu sehr in seine Vorstellungen von Schönheit. Er hält sich wahrscheinlich für einen sehr offenen Menschen, ist es aber nicht. Man kann doch seinem Kind nicht ernsthaft beibringen, dass alle Frauen (er hätte Männer ruhig dazu nehmen können), die sich schminken davon überzeugt sind, nicht schön zu sein?! Es geht hier um Schminke und nicht um Silikontitten! Das Kind tut mir leid, denn sie wird entweder für ein bisschen Wimperntusche richtig mit ihrem Vater kämpfen müssen oder sie wird wie ihr Vater und den Rest regeln dann die Klassenkameradinnen.

Das, was mich zu diesem Post motiviert ist ganz ehrlich kein bisschen Verletzung. Ich steh auf Lippenstift und das ist voll gut so. In der Regel fühle ich mich nicht hässlich oder total unschön, egal ob mit oder ohne Schminke. Schminken macht Spaß und erleichtert mir den Alltag. Nach kurzen Nächten liebe ich meine getönte Tagescreme und lege mir eine Maske voll Ebenmäßigkeit auf und das verdammt gerne!

Am allerwichtigsten ist es mir zu sagen, was wirklich jeder unbedingt in seine Definition von Schönheit aufnehmen sollte… Nämlich, dass wir alle für uns selber entscheiden dürfen, wie wir uns äußerlich darstellen wollen. Dafür sollte keiner verurteilt werden oder von anderen erklärt werden. Wenn wir bei ganz normalen Dingen wie Make-up anfangen, wo enden wir denn dann? Ja, ich begebe mich auf sehr dünnes Eis, ich haben nämlich keine Kinder und weiß gar nicht, wie Kindererziehung geht, außerdem ist es mit Sicherheit oft nicht leicht seinem Kind die Welt zu erklären. Aber, ich verurteile diesen Mann für das, was er seiner Tochter erzählt. Nicht das mit dem guten Fett oder dem Zucker, sondern für das mit der Schönheit und der Maske. Ich bin eine Frau und möchte gerne, dass andere kleine Frauen für sich selber herausfinden sollen, was schön ist. So richtig mit Phasen von zu viel Lidschatten und zu dunklem Make-up. Im Nachhinein überlege ich, ob ich etwas hätte sagen sollen?! „Du armes kleines Schätzchen, dein Vater hat keine Ahnung. Ein Lippenstift ist Gold wert und der wird dir an Tagen, an denen du Bock hast den Arsch retten!“

Nein, sowas hätte ich natürlich nicht gesagt, sondern etwas okayes. Was meint ihr, hätte ich etwas sagen sollen? Oder gilt immer der Grundsatz, der irgendwie auch sehr leicht ist: das ist ja nicht mein Kind und der Vater muss entscheiden, was und wie er antwortet?

PS: Ich checke, dass ich nicht möchte, dass der Mann uns verurteilt, ich ihn gleichzeitig verurteile. Weiß ich jetzt auch nicht… Ist trotzdem so…

 

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27 Comments

  • Reply
    Frau Margarete
    9. November 2015 at 23:57

    Sehr interessanter Beitrag und interessantes Thema. Erstmal sehe ich das genau so wie du, dass ich die Aussage des Vaters sehr krass und damit gewissermaßen auch falsch finde.

    Du schreibst: „Das Kind ist ruhig. Wahrscheinlich merkt es gerade, dass es Bock auf Lippenstift hat und mit seinem Vater etwas nicht stimmt.“ – Ich habe eher Angst, dass das Mädchen denkt, dass etwas mit IHR nicht stimmt, wenn sie den Wunsch hat, mal Lippenstift oder andere Schminke auszuprobieren. Und das könnte ja noch einen viel größeren innere Konflikt auslösen, als mit dem Vater zu streiten.

    Ich habe selber auch keine Kinder und es vermutlich wirklich einfach, seine Ratschläge zu verteilen. Aber ich glaube, es ist wichtig, zu vermitteln, dass man schön ist, so wie man ist. Das Kind also zu Selbstbewusstsein zu erziehen. Und dann eben zu sagen: Wenn du Make-Up ausprobieren willst, tu es. Wenn nicht, dann nicht. So wie du auch sagst: eigene Erfahrungen machen lassen. Aber nicht zu vermitteln, man bräuchte Make-Up um schön zu sein, oder dass alle Frauen mit Schminke sich hässlich fühlen.

    Hach, aber Schönheit und Schönheitsideale sind sowieso so unerschöpfliche Themen…

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:35

      Ich hoffe so sehr, dass das Mädchen genug Selbstbewusstsein mitbekommt!

  • Reply
    Haydee
    10. November 2015 at 7:28

    Interessant. Also vorweg, ich hätte an der Kasse gestanden und mich furchtbar aufgeregt. Innerlich zumindest. Und gedacht: du dusseliger Spinner. Lass doch deine Tochter selbst entscheiden, ob sie später Make up nutzen möchte oder nicht. Dann hätte ich gedacht, naja ok, vielleicht hat er sich nur blöd ausgedrückt. Vielleicht wollte er seiner Tochter nur klar machen, das jeder Mensch auf seine Art schön ist und das man nicht unbedingt Make up dafür benötigt. Vielleicht ist er einfach nur ungeschickt in seiner Art?
    Was er aber gesagt hat, dieses absolute, neee… damit käme ich nicht klar. Was bin ich froh, das es sowas wie Grundierung, Puder und Mascara gibt. Viel mehr brauche ich nicht aber ohne – HIlfe…
    Ich mag es nicht, dieses ABSOLUTE Denken. Etwas ist nie gut oder schlecht. Warum muss ich ohne Make up rausgehen, bei meiner durchscheinenden Haut, der man jeden aber auch jeden kleinsten Pickelfleck der letzten Jahrzehnte ansieht und die von natur aus nicht sehr ebenmäßig ist. Wieso kann ich da nicht nachhelfen? Genauso aber: wieso muss ich sooo viel auftragen, dass ich aussehen wie eine Nutte oder eine 10 Tage alte Wasserleiche? Tja alles eine Frage der Perspektive. Jedem so, wie es ihm gefällt.
    Nein, gesagt hätte ich nichts. Aber gedacht: hey, hör dir mal selbst zu und mach der Kleenen doch bitte das Leben nicht noch zusätzlich schwer. Ist doch so schon nicht so einfach, durch die Welt zu kommen….

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:34

      Ja, genau. Letztendlich erschwert er dem Kind das Leben. Leichtigkeit habe ich da nicht gespürt!

  • Reply
    Leah
    10. November 2015 at 7:39

    Ich habe deinen Artikel mit großem Interesse gelesen. Und bin mit dir einig: die Meinung die dieser Vater seinem Kind vermittelt, ist ziemlich engstirnig. Ich denke aber, dass dies zwar schade, aber nicht tragisch ist. Denn bis das Mädchen alt genug ist, um Make-Up tragen zu wollen, wird sie auch anderen Einflüssen ausgesetzt sein (z. B. Zeitschriften und Freundinnen) und diesen wohl mehr glauben schenken als ihrem Vater. Und in der Pubertät ist es ja dann wichtig, dass man sich gegen seine Eltern auflehnen kann.
    Dass dich diese völlig übertriebene Pauschalisierung des Vaters genervt hat, kann ich trotzdem verstehen. Es wäre mir nicht anders ergangen.

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:33

      Oh, ja. Es gibt so viele schöne Zeitschriften und Blogs ;)

  • Reply
    Isabelle
    10. November 2015 at 10:02

    Du sprichst mir soooo aus dem Herzen! Dieses oberlehrerhafte Getue geht mir sowas von auf den Senkel! Dieses „nur wie wir es machen ist es auch richtig“ ist so fürchterlich schwarz-weiss denkend. Meine Erkenntnis nach nunmehr 15 Jahren mit drei Kindern, unzähligen Elternabenden, Schul- und Laternenfesten: gerade da, wo sich die Eltern am dollsten an ihren Prinzipien festhalten bringen die Kinder ihnen am ehesten bei, wie bunt die Welt ist, das Regeln nur dann taugen, wenn sie auch mal gebrochen werden und jeder wunderbar ist, so wie er ist.

    Liebe Grüße,

    Isabelle

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:32

      Vielen Dank für deine tollen Worte!

  • Reply
    Fee ist mein Name
    10. November 2015 at 10:53

    Menschen, die ihre absolute Weltsicht, die keinerlei Toleranz zulässt, und sei es nur in Sachen Lippenstift, so demonstrativ im Bauchladen vor sich her tragen, habe ich ja gefressen. Das arme Kind…

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:31

      Ich fresse mit :)

  • Reply
    michaela
    10. November 2015 at 11:25

    Liebe Berit,

    ich bin keine Lippenstiftträgerin, aber ich schminken fast immer die Augen! Ich habe auch immer ein Problem damit, wenn Menschen ihre Kinder oder andere Mitmenschen mit ihrer (!) absoluten Wahrheit impfen.
    Ich hatte noch nicht so eine Begegnung mit Jesus meets Öko, aber ich reagiere ähnlich auf die Guten Mütter gegen die Rabenmütter wie mich… „Dein armes Kind wird betreut?“
    Ich hoffe für die Kleine, dass Jesus sie selbstbewußt erzieht, denn dann wird sie ihm eines Tages erklären das Schönheit im Auge des Betrachters liegt und wie man das macht.
    Ja ich möchte gern tolerant sein, kann das leider aber überhaupt nicht bei intoleranten Menschen… also bin ich das auch wieder selber… und das ärgert mich.

    lg
    Michaela

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:31

      Genau das nervt mich auch! Letztendlich fühlt man sich auch intolerant, obwohl man es nicht ist. Aber ich glaube, dass man in so einem Fall vielleicht mehr von gerade rücken, als von Toleranz sprechen kann! Man kann ja nicht alles hinnehmen, auch wenn man grundsätzlich tolerant ist. Mir gefällt deine formulierung „absolute Wahrheit einimpfen“!

  • Reply
    kaddinator
    10. November 2015 at 12:32

    Die Aussage mit dem Zucker finde ich schon krass. Bin ich jetzt ein dummer Mensch, weil ich weißen Industriezucker esse?
    Dass der Vater aber so eine krasse einseitige Meinung zum Thema Makeup hat, finde ich furchtbar! Ich kann mir jetzt schon ausmalen, wie es wird, wenn das Mädchen in die Pupertät kommt und sich mal aufhübschen will.
    ich finde es gut, dass er die natürliche Schönheit in den Vordergrund stellt, aber nur weil eine Frau sich schminkt, heißt das noch lange nicht, dass sie mit ihrem Äußeren Probleme hat. Das Wort Maske stört mich am meisten. Klar gibt es Frauen, die ihr Äußeres nicht mögen und sich durch Makeup schöner fühlen, aber es gibt auch die Frauen, die sich einen roten Lippenstift auftragen, weil sie die Farbe einfach geil finden und ihre schöne Lippenform betonen möchten.
    Ergo: Einseitige Meinungen sind scheiße!

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:28

      Ja, du bist dumm und findest dich nicht schön. Ist doch logisch ;)

  • Reply
    Astridka
    10. November 2015 at 14:13

    Ach, ja…..Ich habe vierzig Jahre mit Kindern zu tun gehabt, und da waren immer wieder welche darunter, bei denen die Eltern so felsenfeste Ansichten hatten. War immer sehr schwer, wenn die Kinder in sich Bedürfnisse verspürten, die sie eigentlich nicht haben dürften ( z.B. die Freude am Singen, Tanzen, Performen bei einem Kind von Zeugen Jehovas ).
    Aber die kindliche Vitalität setzt sich durch, irgendwann.
    Es ist nur so, dass man eine lange Phase durchmacht, in der man sich sehr mies fühlt, weil man etwas macht, was man eigentlich schlimm finden sollte. ( Mir selbst ist noch von den Nonnen in meiner Schule in den Sechzigern klar gemacht worden, wie eklig sich Sexualität anfühlt und mir hat es doch so gefallen! ) Auf solche Irritationen hätte ich ganz gerne verzichtet.
    Aber von der Schule konnte ich mich distanzieren. Bei den Eltern ist das ungemein schwieriger. Ich finde den Vater sehr anmaßend, denn er setzt sich als Maß aller Dinge… Auch das Eltern-Kind-Verhältnis sollte reziprok sein, der Altersstufe angemessen.
    LG
    Astrid

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:25

      Ja, genau so ist es! Amen hätten die Nonnen gesagt, oder?!

  • Reply
    Mieze Schindler
    11. November 2015 at 0:35

    Im ersten Moment bin ich schockiert über die Aussage: Wer weißen Zucker isst, ist dumm.
    Das ist genauso Mist, wie diese nachfolgende Aussage mit dem Lippenstift. Ich meine… Hallo? Würde er sich mal in die Geschichte des Lippenstifts bzw. die Geschichte des Lippen Anmalens vertiefen, würde er nicht so blöd daher reden.

    Aber: Meist macht es mir zwar etwas aus, aber ich sage nichts, denn wer bin ich, dass ich an dieser Situation was ändern könnte? Dieser Mann würde eh nicht auf mich hören, bei ihm würde definitiv daraufhin kein Denkprozess beginnen.
    Deswegen bin ich gewissermaßen egoistisch und denk an meine eigenen (noch nicht vorhandenen) Kinder, bei denen ich es besser machen kann. Das Kind tut mir zwar einerseits leid, aber wart mal ab, bis sie in die Pubertät kommt – die wird ihm hoffentlich schön Feuer unterm Hintern machen!

    Liebe Grüße,
    Linda
    (mit knallroten Lippen und weißen Zucker schleckend)

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:24

      Ja, ein Hoch auf die Pubertät und die Freundinnen in der Schule!
      Ich habe hier so ein Stück Mohnkuchen liegen: mit weißem Zucker und Weizenmehl ;)

  • Reply
    Steph
    11. November 2015 at 8:59

    Hm. Doofer Papa.
    Werte zu vermitteln finde ich immens wichtig. Aber eben Werte und keine Meinung. Teilen ist wichtig. Nächstenliebe. Respekt. Toleranz. Und noch so vieles mehr.
    Industriezuckeressermenschen sind dumm? Frauen die sich schminken unsicher? Was für eine verquere Sicht der Dinge. Ich bin mir sicher, ich hätte nicht nur Empörung verspürt, sondern auch was gesagt. Und wenn nicht ich, dann sicher mein Sohn. Der ist fast 10 und hat da seine ganz eigenen Ansichten vom Leben und den Menschen. Eine Freundin von ihm, 12, hat ihm nämlich ein super Make up zu Halloween verpasst. Was sie nicht gekonnt hätte ohne Schminkkenntnisse. Easy. Einfach.
    Und der Papa: bitte einmal das Wort TOLERANZ googeln und lernen!https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=toleranz

    Liebst,
    Steph

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:23

      Vielleicht hat der gar kein Internet :D Nein, quatsch. Ich sehe das genau wie du: Toleranz ist immens wichtig!

  • Reply
    Monika Thiede
    11. November 2015 at 9:41

    Ich glaube, ich hätte mir die Lippen blutig gebissen, bloß um nicht laut loszulachen und dann hätte ich die Schlange noch etwas aufgehalten, um zurückzugehen, vor der Nase des Mädchens einen Lippenstift zu nehmen, ihr zuzuzwinkern und besagten Lippenstift zu kaufen. So bin ich! Mann! Was für ein Idiot! Sorry, wenn ich es jetzt so ausdrücke. Ich finde, zur Kindererziehung gehört dazu, dass man die Kinder auch ausprobieren lässt, allerdings was Schminke angeht, nicht zu früh. Das kann man den Kindern auch vermitteln. Meine Tochter durfte ab etwa 12 Jahren Lipgloss und etwas Wimperntusche benutzen. Ich sage ihr oft, dass weniger mehr ist. Und keine bunten Augen und farbigen Lippen zusammen…entweder oder. Sie ist jetzt 14 und probiert sich aus, allerdings ohne Lidschatten und knalligen Lippenstift. Kommt noch früh genug ;-) .
    Sehr schöner Text zum Schmunzeln und zum Kopfschütteln…
    Liebe Grüße
    Monia

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:21

      Ach, Monika,
      wären wir mal zusammen da gewesen! Dann hätten wir uns ne schöne Farbe aussuchen können :) Ich denke auch, dass man seiner Tochter da Tipps geben sollte, aber Schmike ist eben nicht böse!

  • Reply
    Kathy
    11. November 2015 at 12:42

    Huhu liebe Berit,
    in diesem Fall re-verurteilst du denn Mann ja im Grunde genommen „nur“. Denn wer so einen Mist von sich gibt und seinem Kind damit völlig unweltliche und in keinster Weise individuelle, sondern nur sture Vorurteile und Meinungen vor den Latz knallt, der hat nix anderes verdient.
    An deiner Stelle hätte ich wahrscheinlich auch nichts gesagt, aber mir wahrscheinlich ähnlich viele Gedanken gemacht wie du.
    Menschen sind so schon intolerant genug..sein Kind auch noch intolerant zu erziehen ist echt ne Sünde und das sage ich, obwohl ich ebenfalls keine Kinder habe und von Erziehung im Grunde null Plan. Aber eines weiß ich: ein kleiner Mensch sollte sich auch sein eigenes Urteil bilden dürfen.
    Liebe Grüße, Kathy

    • Reply
      Berit
      11. November 2015 at 17:19

      Hey Kathy,
      ich muss sagen, re-verurteilen ist ein super Wort! Danke für deinen Kommentar!

  • Reply
    Charlotte
    11. November 2015 at 21:59

    Ach Berit, ich musste sehr schmunzeln, als ich die Geschichte gelesen habe. und gleichzeitig musste ich die ganze Zeit denken „jetzt hätte ich wohl schon empört geschnaubt“ oder „an der Stelle hätte ich mich vielleicht schon umgedreht und ihm gehörig meine Meinung gezwitschert“. Und dann stelle ich fest, dass du viel besser reagiert hast als ich es jemals könnte. Ich mache nämlich entweder meinem ärger laut Luft (das ist dann wohl kein besseres Vorbild für das Mädchen) oder nehme solche Äußerungen sehr persönlich (ja, ich oute mich auch als Lippenstift-kann-manche-Tage-retten-Verfechterin) und grummel dann den restlichen Tag herum (blöd, ich weiß, aber erklär das mal meinen Gedanken). Auf jeden Fall finde ich deine Reaktion- nämlich keine offensichtliche Reaktion aber das gedankliche drüberstehen- vermutlich die beste Lösung. Das Mädchen hat zwar einen Vater mit fragwürdigen Weltanschauungen (aber immerhin kauft er Avocados, dafür sicher keine Gummibärchen- ha schon wieder Vorurteile von meiner Seite!) aber es könnte schlimmer sein. Und sie wird sich wohl zu gegebener Zeit selbst ein Bild machen. Mal ehrlich, wer hört schon ständig auf seine Eltern in der Pubertät?
    Danke trotzdem für die unterhaltsame Erzählung!
    GLG
    Charlotte

  • Reply
    Nina
    13. November 2015 at 13:13

    Der Knackpunkt (der hier auch schon ganz oft so oder so ähnlich genannt wurde) ist doch, dass es ja ganz natürlich ist, dass man als Elternteil seinem Kind Werte vermitteln will. Und das ist ja auch gut so. Und Haltung und Meinung haben ist auch gut. Aber wenn da so ein Vorzeige-Öko-GutesLeben-Papi so überhaupt nicht checkt, dass Akzeptanz und Toleranz von Menschen, die anders leben, denken, aussehen, duften, essen (…) als man selbst (sofern sie damit niemandem wehtun oder andere einschränken) das wohl höchste Gut ist, was man seinem Kind vermitteln kann, nein MUSS, damit sie freundliche, offene und tolerante Mitglieder der Gesellschaft werden statt reaktionäre Arschlöcher, dann wird man doch einfach sauer, oder? Da finde ich fast nebensächlich, dass es da um Schminke ging und dass das Frauen- und Selbstbild des Mädchens vielleicht verunsichert oder negativ beeinflusst. Also das ist auch doof natürlich, aber viel Schlimmer ist doch, dass da in dem Moment ein Vater seinem Kind ein unfassbar arrogantes und sich über alle anderen Meinungen und Lebensweisen erhebendes, höchst verurteilendes und intolerantes Verhalten vorlebt und das offenbar mit der festen Überzeugung, dem Kind emanzipierte, alternative, wertvolle Lebensweisheiten zu vermitteln und dafür Respekt als toller Vater zu verdienen (und wir reden hier über LIPPENSTIFT! Ich will gar nicht wissen, was Ökopapi seinem Kind über Menschen erzählt, die an der Börse arbeiten, mal ein Shirt bei Primark gekauft haben oder Pornos gucken, das sind wahrscheinlich auf den Scheiterhaufen zu werfende oder so). Nichts wäre dagegen zu sagen, wenn ein Vater seiner Tochter sagt, dass er selbst Lippenstift nicht so schön findet wie natürliche Lippen und es ermutigt, einfach mal zu mutmaßen oder nachzufragen, warum Frauen sich schminken. Einem Kind (obendrein behämmerte) Ansichten als erwiesene Wahrheiten zu verkaufen – das weist irgendwie darauf hin, dass er seine Messias-Optik ein bißchen zu ernst nimmt. Kontrovers denkende, tolerante Menschen erzieht man so leider nicht.
    Danke für’s Teilen Deines Samstagserlebnisses – wie Du siehst, hat das nicht nur bei Dir Gedanken losgetreten! Das schlechte Ökopapi-Karma hast Du also sozusagen neutralisiert, weil sich so viele Menschen jetzt gute Gedanken zu dem Thema gemacht haben :-)

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    Fototipps für Blogger: Diese Lifestyleblogs und Calvin Hollywood helfen dir weiter - bloggerabc
    16. Dezember 2015 at 12:17

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