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Tomaten anpflanzen ist total hip [eine Trendanalyse]

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal so richtig ernst Tomaten angebaut. Die zwei Pflanzen in den Töpfen im letzten Jahr zähle ich da nicht. Jedenfalls hatten wir ein komplettes Beet vom Efeu befreit um dort Gemüse anzupflanzen. Okay, Michel hat das Efeu rausgerissen, denn ich finde Efeu fies. Habt ihr mal gesehen was da so drin wohnt? Das sind ganze Städte oder sogar Kontinente. Pfui!

Ich habe dann aber all das Gemüse reingepflanzt: u.a. Zucchini, Mangold, Salat, Kräuter und eben Tomaten. Ich habe sechs unterschiedliche Sorten gepflanzt. Die Tomaten wurden ziemlich schnell groß und irgendwann hatte ich die Kontrolle verloren. Ab der Mitte des Sommers bis zur letzten Woche habe ich immer wieder ausgedünnt und zurückgeschnitten. Trotzdem hatten wir mehr eine riesige Tomatenwand als einzelne Tomatenpflanzen. Tomatenpflanzen als Sichtschutz ist auch cool, oder?

Was ich aber eigentlich sagen will ist, dass ich es liebe Tomaten selber anzupflanzen. Nach einem langen Tag den Kopf in die Tomatenwand zu stecken um die verschiedenen Tomaten zu ernten ist so so toll. So gab es bei uns sämtliche Gerichte mit Tomaten. Ich glaube, es wird auch noch einige geben, denn da hängen noch einige Tomaten an den Pflanzen. Den ganzen Sommer über habe ich mich, mit dem Kopf in den Tomaten, gefragt, warum es eigentlich wieder so angesagt ist Dinge selber anzubauen, Stadtgärten zu bepflanzen oder frische Blumen auf dem Tisch zu haben. Ist das jetzt trendy oder sind wir nur erwachsener geworden? Sonst war doch Gärtnern oder Blumen auf dem Tisch immer eher etwas, was man von den Eltern oder Großeltern kannte. Ich glaube, es ist eine Mischung aus Trend und erwachsen sein. Was meint ihr?
Ich habe bei Instagram mal gefragt warum die Leute Tomaten anbauen. Hier mal ein paar Antworten, die ich so unterschreibe:

 

Eigentlich ist es ja auch unwichtig, woran es nun wirklich liegt. Ich war noch nie eine Trendhure, also ob Trend oder nicht: Fakt ist, ich bin ein riesen Fan davon Gemüse selber anzubauen, frische Blumen auf dem Tisch zu haben oder in der Stadt Blumensamen zu verteilen. Ich finde es sau cool sich, so wie Miri, einen Schrebergarten zu mieten oder einen öffentlichen Stadtgarten zu eröffnen. In Duisburg gibt es in einem Park, mitten in der Stadt Kants Garten. Dort kann jeder anpflanzen und gärtnern. Auf der Facebookpage wird immer geschrieben wann das nächste Treffen ist und was dringend gemacht werden muss. Gibt es sowas in eurer Stadt auch?

Jedenfalls gibt es ein neues Bewusstsein, ein Bewusstsein für die Umwelt und für die Natur und für gute Lebensmittel. Genau das feiere ich total! Vielleicht ist es manchmal sogar gute eine Trendhure zu sein. Wenn der Trend gut ist, warum eigentlich nicht?! Die Tomaten-Trendhure eben.

Mich interessiert wirklich ganz brennend wie ihr all das Urban Gardening oder Tomaten selber anpflanzen-Ding so seht und wahrnehmt. Ich freue mich da über jede Anregung. Ich wohne mitten in der Stadt und das auch total gerne. Unsere grüne Terrasse trägt jedoch sehr zu meinem guten Wohngefühl bei. In einer Wohnung im dritten Stock ohne Balkon fühlte ich mich gar nicht so wohl. Wir schaffen uns doch unsere Wohnräume in der Stadt selber und übernehmen dafür auch die Verantwortung. All die Räume passen wir unseren Bedürfnissen an-es gibt nicht mehr nur Land oder Stadt. So, und morgen ernte ich wieder Tomaten.

 

 

 

 

 

 

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11 Comments

  • Reply
    Fee ist mein Name
    5. November 2014 at 18:31

    Ich bin kein Urban Gardener – mein Nordbalkon lässt es leider nicht zu ;)! Aber ich kann das total gut nachvollziehen und hätte ich die Möglichkeit, würden bei mir auch Kräuter, Zucchini, Paprika und vor allem Kürbisse wachsen ;)!

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    Frauke G.
    5. November 2014 at 18:32

    Im letzten Jahr hatte ich auf meinem Balkon auch Tomaten angebaut. Die waren voll lecker, wenn auch wegen Platzmangel nicht sonderlich zahlreich. (Deswegen bin ich dieses Jahr von den Nutzpflanzen auch wieder weggegangen.)
    Aber unten vorm Haus gibts hier einen kleinen, öffentlichen Grünstreifen auf dem jahrelang immer irgendwelche Menschen parkten, die zu geizig für ein Parkhaus waren. Da bin ich seit 4 Jahren dran, den zu bepflanzen und von den Autos frei zu halten. Das klappt mittlerweile so gut, dass ich nix mehr anpflanzen muss. Die Frühlingsblumenzwiebeln treiben jedes Jahr aus, die resistenten Blumen (oder von einigen auch blühendes Unkraut genannt) kommen auch freiweillig und halten sich auch auf dem kargen Boden. Meine ganzen Bodenkultivierungsmaßnahmen und Anpflanzaktionen und Umgrabungsstunden waren da bei "normalen" Pflanzen leider recht fruchtlos. Nun setz ich auf blühendes Unkraut :-)

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    nike
    5. November 2014 at 18:49

    tomaten auf dem balkon zu ernten ist großartig! trend hin oder her! und stadtgärten find ich auch super, gerade für leute, die weder balkon noch garten haben. in köln gibts da zb das neuland.
    http://nikesherztanzt.wordpress.com/2014/10/11/neuland-koln/

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    Nike von goingweird.de
    5. November 2014 at 19:22

    ❤❤❤
    Bevor wir das Haus hatten, hatten wir übrigens auch einen Schrebergarten, auch das kann ich wirklich weiterempfehlen!
    Grüße,
    Nike

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    Sandra
    5. November 2014 at 19:56

    Bei mir sind die Tomaten in diesem Jahr leider nichts geworden, und auch die meisten anderen Pflanzen haben mir die fiesen Nacktschnecken weggefressen. Das wird nächstes Jahr anders, jawoll! Ich will auch meine eigenen Tomaten.
    Warum ich die selbst anbaue ist ganz einfach: Ich konnte früher nie Tomaten essen, wegen meiner Allergien. Seit das wieder geht LIEBE ich sie. Und es ist doch einfach super wenn man die direkt vor er Tür wachsen hat. Die schmecken außerdem auch ganz anders als die aus dem Supermarkt. Außer man kauft Bio. Und ich mag den Duft der Pflanzen. So würzig, mhmmmmm

    Liebe Grüße,
    Sandra, die jetzt Tomatenhunger hat

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    Watt Gibbet
    5. November 2014 at 20:12

    Ich hatte jetzt das dritte Jahr in Folge Tomaten und auch ein bisschen Salat und ein paar Radieschen. Ich mag das total gerne, dass man selber etwas pflanzt und davon Essen bekommt! Am liebsten hätte ich ein ganzes Hochbeet und am besten noch ein paar Hühmer damit ich auch eigene Eier aus dem Garten holen kann :) Den Hype habe ich aber auch bemerkt und finde es gar nicht schlechr, wenn nur nicht alle dieses Jahr bessere Tomaten bekommen hätten als meine paar Kröten;)

  • Reply
    Franse liebt Meer
    5. November 2014 at 22:02

    Urban Gardening empfinde ich als unbedingt nötig und es sollte, wenn es noch einer ist, nicht nur Trend bleiben. Immer mehr Flächen stehlen wir der Natur, da ist es unsere Pflicht neue grüne Flächen zu schaffen oder eben reine Rasenflächen zu beblühen. Ich verteile gerne Samen in der Umgebung und pflanze sogar meine verblühten Zwiebelpflanzen wieder aus. Tomaten darf ich leider nicht essen und aus Platzgründen ist an Gemüseanbau auch nicht zu denken. Aber irgendwann.. Du weißt schon ;)

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    Zauberhaft Wohnen
    6. November 2014 at 6:57

    Freunde von mir haben ein 300 qm großen Schrebergarten. Ist quasi wie Urlaub, dort zu sein. Mein Balkönchen ist zu klein für mehr als Kräuter – aber immerhin :-) Und ja, urban gardening gibt es hier Bochum auch jede Menge. Man kann Parzellen auf einem extra dafür hergerichteten Feld anmieten. So wie Ninja es z.B. gemacht hat. Es gibt hier eine Straße in Innenstadtnähe, die sind in der Beziehung sehr aktiv. Sie betreiben einmal in den Hinterhöfen sogenannte Kastengärten. Das sind einfache Plastikboxen, die mit Mutterboden befüllt und dann bepflanzt werden. Das hat den Vorteil, es bleibt mobil, man weiß, was im Boden ist (wichtig) und es funktioniert erstaunlich gut. Zusätzlich haben sie auch noch Bienen auf diversen Innenstadthäuserdächern. Ist das nicht cool.. ich finde das toll.
    Ich sehe in diversen TV Sendungen immer wieder den "Trend" zum Selbstanbau.In den USA werden mittlerweile wohl ganze Flachdächer von z.B. Supermärkten bepflanzt und das Geerntete wird im Superarkt dann verkauft – das ist doch cool.
    Ich glaube aber gar nicht, dass es sich um einen Trend handelt, sondern mehr so um ein wenig zurück zu den Wurzeln in unserer technisierten Welt. Und gärtnern entspannt bekanntermaßen…. :-)

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    Hoflove
    6. November 2014 at 10:11

    also eigentlich bin ich zum gärtnern viel zu faul oder hab nicht genug zeit, um daran wirklich gefallen zu finden. aaaaber seit wir auf dem hof wohnen habe ich auch ein kleines eigenes beet, speziell für beeren: erdbeeren, blaubeeren, himbeeren, stachelbeeren und so! das ist toll, immer lecker und ich hätte bestimmt auch voll was davon, wenn der hund nicht immer vor mir ernten würde. tzzzz!
    grundsätzlich glaube ich aber, dass sich mit dem ernährungsbewusstsein auch das bewusstsein für lebensmittel gewandelt hat. wir kriegen jeden tag mit, was wie wo alles drin ist, was gespritzt ist, was giftig ist, was voll schädlicher stoffe ist und das schockiert viele und viele wollen einfach viel gesünder leben. da ist es eigentlich fast logisch, dass selbst angebaute lebensmittel trendy sind. immerhin weiß man da genau, was man hat.
    ich persönlich seh das auch ähnlich. und außerdem schmeckt mir das, was ich selbst angebaut habe, sowieso irgendwie viel viel besser. ^^
    liebe grüße, kathy

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    der kleine Muck
    6. November 2014 at 10:41

    …ich glaube auch, dass das durchaus so eine Art kombinierter Selbstverwirklichung und Entspannungskur in einer zu hektischen Zeit ist…insofern auch durchaus ein guter Trend.
    Tomaten haben wir seit Jahren im Topf…dieses Jahr sind die aber kläglich abgenippelt…ein paar kleine direkt in die Futterluke, mehr war nicht drin.
    Dafür hab ich aber mit meinem Sohn ein Hochbeet gebaut. Haufenweise Radieschen, Kohlrabi, Pflück- und Feldsalat sowie Erdbeeren (die aber auch nicht so ganz ausse Hufe gekommen sind) haben wir darin gepflanzt (die Zuccini-Versuche verschwiege ich besser)…
    Das Hochbeet hat vor allem gegen die (auch bei uns) massenhaft vorkommenden Schnecken geholfen…diese Drecksviecher…hat da keiner n gutes Gegenmittel? Bierfalle, Schneckenkorn…alles versucht…und der Igel ist irgendwie auch nicht geblieben…

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    Tante Mali
    9. November 2014 at 15:51

    Was eine üppige Tomatenernte – und das jetzt noch, da beneide ich dich aber sehr! Bei mir ist schon so richtig Herbst und die letzten grünen Tomaten bereits zu Chutney verarbeitet. Womit ich bei dem Versuch der Beantwortung deiner Frage angekommen bin. Also, ich bin ja nun schon etwas mehr erwachsen – hab aber auch sehr spät wieder zum Garten zurückgefunden. Eigene Tomaten, eigenes Gemüse überhaupt hat für mich etwas mit dem Geschmack meiner Kindheit zu tun. Da schmeckten die Dinge nämlich noch nach dem, was sie sein sollten und nicht nach Wasser und … oh, diese Aufzählung erspare ich uns. Also: Geschmack der Kindheit und wissen, woher mein Gemüse kommt, nämlich aus meinem Beet in meinem Garten ohne Zusatzstoffe und Spritzmittel und Kunstdünger und …
    ach – hab eine wundervolle Zeit und danke für die Denkanregung
    Elisabeth
    ach übrigens – wundervolle Fotos auf deinem Blog

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