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no trace no shadow

marmeladekisses portraitfotografie 2

 
Heute möchte ich euch mal ein bisschen von mir und meinem liebsten Hobby erzählen. Von mir und meiner Kamera. Von dem Gefühl zu fotografieren und von der Wärme, die ich spüre, wenn ich Momente festhalte. Vom Grinsen, das sich breitmacht, wenn mir ein Foto gefällt und von Wehmut, der mich in die Knie zwingen kann, wenn ich alte Fotos anschaue. Fotos sind nämlich viel mehr als nur Fotos. Fotos können alles sein, alles, was wir möchten. Ihr merkt, für mich ist das Fotografieren mein Hobby und meine Leidenschaft. Klingt abgedroschen, ist aber so, und wenn Dinge so sind, dann kann man die auch mal so nennen, finde ich.
 
 Vor ca vier Jahren verbrachte ich ein Wochenende mit Michel in Hamburg. Damals war ich sehr fotolos. Die Bilder, die aus meiner Kompaktkamera kamen, hatten für mich schon sehr lange an Reiz verloren. Falls sie jemals einen hatten. Ich erinnere mich nicht genau. Jedenfalls bekam ich plötzlich Lust darauf Fotos zu machen. Einfach so wollte ich ganz dringend analoge Fotos machen. Michel hielt mich zum Glück davon ab mir bei Urban Outfitters für ein Schweinegeld eine Kamera von Lomografie zu kaufen. Nicht, weil ich die Kameras grundsätzlich doof finde, aber eine alte analoge Kamera tut es doch meist auch. Gerade, wenn man erst mal ausprobieren möchte. Wie für mich bereitgelegt fand ich am nächsten Tag auf dem Flohmarkt in der Schanze eine alte Sucherkamera für fünf Euro. In den 1,5Tagen,die in ­HH noch blieben verknipste ich drei Filme. Diese Kamera ist mein „Wie alles begann“, mein „Fang einfach an“ und meine „Erinnerung schlechthin“. Den Rest des Jahres begleitete mich diese Kamera immer. Ja, wirklich immer. In sämtlichen Situationen holte ich sie aus meiner Tasche um etwas einzufrieren, auf Film zu bannen. Acht Monate, 38 Filme und meine Kamera und ich. Vielleicht klingt das panne, aber sie wurde mein Begleiter, sogar so was wie ein Freund. Sie zeigte mir eine Sichtweise auf die Welt, die ich vorher nicht kannte. Mein Horizont wurde weiter, dank ihr. Ich muss die Kamera nur sehen und mein Kopf spult so viele Erinnerungen und Gefühle ab. Du kleine abgeranzte, mit Aufklebern beklebte Voigtländer, du wirst immer etwas sehr Besonderes für mich sein!

Am Anfang des nächsten Jahres wurden mir die Möglichkeiten mit der Kamera zu wenig. Das lag wohl an den wenigen Einstellungen der Kamera. Wer nicht weiß, was eine Sucherkamera ist, hier habe ich das ­mal erklärt. ­Aber I got the fever. Völlig angefixt begann ich nach alten analogen Kameras zu suchen, sie zu kaufen und zu probieren. Ich benutze ab sofort Boxkameras, Sucherkameras, Mittelformatkameras und ­DSLRs. Eintauchen, ja, so kann man das am Besten nennen: Ich tauchte ab in die Welt der analogen Fotografie. Ich fand verschiedene Filme, entwickelte selber und war immer auf Fotomission. Dabei lernte ich ganz automatisch, wie eine Kamera funktioniert. Tipp: Eine alte analoge Kamera (bestenfalls manuell) um die Grundeinstellungen einer Kamera zu verstehen und zu lernen! Immer wieder höre ich von Leuten, die Probleme damit haben, sich die Funktionen von ISO, blende und Belichtungszeit zu merken. Kauft euch für ein paar Kröten ein altes Schätzchen und nehmt es mit in den Urlaub oder geht damit spazieren. Ihr werdet sehen, wie leicht euch die Einstellungen fallen, denn ihr habt ja gar keine Wahl.

marmeladekisses portraitfotografie

Dann zog eine digitale Vollformatkamera bei uns ein. Ich war zwar sehr beeindruckt von ihren Künsten, aber ich benutzte sie ein ganzes Jahr lang nur sehr selten. Für mich war analog nach wie vor das Nonplusultra. Das Geräusch vom Film spulen, das Gefühl vom Fotos abholen und ­die Freude über die Bilder ­konnten für mich nicht übertroffen werden. Irgendwann begab ich mich in Fotosphären, wo es darum ging, arrangierte Szenen zu fotografieren, anstatt Momente festzuhalten. Im Zusammenhang damit interessierte mich dann die digitale Kamera immer mehr. Gerade für den Blog fotografiere ich immer wieder Stillleben, da kommt es auf Kleinigkeiten an. Vorher fand ich kleine Fehler nicht störend, sondern gut. Das drehte sich in dem Moment, als ich begann, kleine Shootings zu planen und umzusetzen. Es war schön, Dinge wie Tiefenschärfe, Helligkeit und Stimmung komplett selber zu bestimmen. Natürlich kann man das mit einer analogen Kamera auch. Nur, da sieht man das Ergebnis nicht direkt und kann es ggf. nicht direkt ausgleichen oder verändern. So wurde eben auch die digitale Kamera mein Freund. Von Anfang an fotografierte ich mit ihr nur manuell, da ich das von meinen analogen Kameras so gewöhnt war. Im Nachhinein sehe ich das als großen Vorteil, denn so fiel es mir gar nicht schwer die digitale ­DSLR zu bedienen.

marmeladekisses portraitfotografie 5

Nun ist es schon seit einiger Zeit so, dass ich analog und digital fotografiere. Immer so, wie ich Lust habe und wie es zur Situation passt. Ich habe meine perfekte Mischung gefunden und meine Fotografie hat sich entwickelt. Mal mag ich Urlaubsfotos mit viel Körnung im 70er-Look, mal möchte ich Schleierkraut im Halbdunkeln gestochen scharf ablichten. So bin ich von fotolos zu nie wieder ohne Foto gegangen. Auf dem Weg begegnete mir sehr viel Freude, aber auch immer wieder ganz doofer Frust. Ich sage euch, lasst euch von diesem Fotofrust bitte nicht unterkriegen. Ein schönes Foto ­bämst den Frust mit Leichtigkeit weg. Für mich hat das doch auch eine positive Seite, es steckt eben immer auch Arbeit in einem Foto, Arbeit, die mir riesig viel Spaß macht.

Während ich für diesen Post über meine Fotoliebe und ihre Geschichte nachdachte, sind mir einige Tipps zum Thema Fotografie eingefallen, die ich euch nächste Woche niederschreiben werde. Falls ihr noch konkrete Fragen habt, dürft ihr die sehr gerne unter diesem Post oder per Email an mich stellen. Vielen vielen dank an meine liebste L., die mir für die Fotos als Modell zur Verfügung stand <3

Einige Basics findet ihr in folgenden Blogposts:

*Tipps für Fotos mit dunklem Hintergrund

*Verschiedenen analoge Kameras

*Filme für analoge Kameras

*Wie erkenne ich ob eine alte Kamera noch funktioniert?

 

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9 Comments

  • Reply
    Ellen
    26. Juni 2015 at 17:08

    Da bekomme ich richtig Lust, die Kamera noch öfter in die Hand zu nehmen. Und deine Bilder? So wunderschön.

  • Reply
    merlanne
    26. Juni 2015 at 19:32

    Seit zwei Jahren bin ich der Fotografierliebe erlegen und kann Deine Liebeserklärung ans Fotografieren total nachvollziehen.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

  • Reply
    Mirtana
    26. Juni 2015 at 20:23

    Mir geht es da wie Dir. Ich habe auch erst mit Hilfe analoger Kameras, bei denen ich alles per Hand einstellen muß, wirklich verstanden wie dieses Zusammenspiel von Blende, ISO und Belichtungszeit funktioniert. Und ich mag diese langsame Art zu fotografieren, von Hand scharf zu stellen, mir zu überlegen ob ich jetzt echt den Auslöser drücken soll oder ob eine andere Perspektive vielleicht mehr bringt. Hach, und dann gespannt darauf warten daß der Film aus der Entwicklung kommt :-)

    Mich würden Deine Lieblingsfilme interessieren. Hast Du einen oder nutzt Du Filme je nach Situation? Oder Laune?

    Liebe Grüße,
    Mirtana

    • Reply
      Berit
      27. Juli 2015 at 20:35

      Liebe Mirtana,
      genau die Sachen, die du auflistest finde ich so toll! Ja, ich habe tatsächlich Lieblingsfilme: den Kodak Portra liebe ich sehr und den Ilford xp2 beispielsweise. Portra muss immer in den Urlaub mit und Ilford kann(je nach Belichtung) sw und sepia in sämtlichen Facetten. Und du?

      viele Grüße
      Berit

  • Reply
    nike
    26. Juni 2015 at 22:32

    berit, die die fotos sind soo schön und zusammen mit deinen worten zaubern sie mir gerade ein lächeln ins gesicht … toll!

  • Reply
    Serpil
    27. Juni 2015 at 8:52

    Als ich so Deine ersten Schritte mit Deiner Kamera las, musste ich schmunzeln, weil ich darüber nachdenken musste, wie das bei mir anfing.

    Schön geschrieben. Und L. ist wirklich mal ein super Model! Das erste Foto mag ich sehr!

    • Reply
      Berit
      27. Juli 2015 at 20:30

      Danke, meine Liebe <3

  • Reply
    Eva
    7. Juli 2015 at 19:49

    Ich finde, man merkt an jedem Foto von dir, wie sehr du sie liebst die Fotografie. <3

  • Reply
    Kindderachtziger
    13. Juli 2015 at 10:18

    Früher habe ich auch gerne analog fotografiert, manche Bilder waren richtig gut und es hat Spaß gemacht. Dann folgte eine gewisse Pause und schließlich kaufte ich mir vor ein paar Jahren eine gebrauchte DSLR. Anfangs hatte ich mehr Frust als Freude, genauso wie du es beschreibst. Dann habe ich zwischendurch die Kamera links liegen lassen, viel im Netz gelesen und mich so wieder motiviert, sie in die Hand zu nehmen. Inzwischen gibt es einige Fotos, auf die ich mächtig stolz bin und das hilft über so manchen Frust hinweg. Brauche jetzt nur noch eine leichte, handliche Tasche, damit ich sie häufiger dabei habe, denn Motive fallen mir immer mehr auf. Habe wohl inzwischen (wieder) Spaß daran gefunden und ein Auge dafür. Freue mich auf weitere Tipps von dir, deine Fotos sind echt klasse.

    LG Silke

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