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Kann man Katzen eigentlich erziehen?

enthält Werbung für FELIX

Wenn Leute zu Besuch kommen, die vorher noch nie bei uns zu Besuch waren, dann bin ich meist ein kleines bisschen aufgeregt. Die Wohnung wird dann aufgeräumt und geputzt und dem Pelle sage ich, dass er sich bitte benehmen soll. Ist der Besuch dann da, steht man erst mal ein bisschen rum und quatscht, ehe man sich an den Tisch setzt. Pelle liegt dann irgendwo rum oder schleicht um unsere Beine. Er ist unheimlich neugierig auf Menschen, wenn es klingelt, kommt er eher zur Tür gelaufen, als dass er sich versteckt. Er muss sehr fest schlafen, um nicht zur Tür zu kommen. So steht man also rum oder sitzt am Tisch, um einen Kaffee zu trinken oder etwas zu essen und es dauert nicht lange, bis Pelle auf den Tisch springt oder auf die Arbeitsplatte. “Hähä, das macht der sonst eigentlich nicht, hähä”, sage ich dann.

Auch ein bekanntes Szenario: Der Besuch ist da und irgendwo steht etwas zum Essen rum, zack stürzt sich Pelle kopfüber hinein. “Hähä, sonst macht der das eigentlich nicht, hähä”, sage ich dann. Oder der Besuch legt seine Tasche irgendwo ab und nimmt sie wieder, wenn er geht, und muss Pelle vorher erst mal aus der Tasche hieven, weil der da ein Nickerchen gehalten hat. “Oh, Mist. Tut mir voll leid mit den Haaren”, sage ich dann. Dieser unerzogene Kater! Wir hätten ihn besser erziehen sollen. Nie macht er, was wir wollen, immer nur das, was er will, würde ich in einer doofen Werbung oder einem Ratgeber sagen.

 

 

 

In Pelles Kolumne, die ich in Kooperation mit FELIX veröffentliche, stelle ich mir heute die Frage, ob man Katzen erziehen kann?! Ich berichte euch heute von meinen Erfahrungen rund um die Katzenerziehung. Ich habe schon mal geschrieben, dass wir Katzenbesitzer ja sehr gerne betonen, wie cool es ist, dass unsere Katze so einen eigenen Charakter hat. Überhaupt finden wir es ja total toll, dass Katzen alle so unterschiedlich sind und alle ihre eigenen Eigenschaften haben. Meistens meinen wir Katzenbesitzer das ernst und manchmal ist es eine kleine Ausrede dafür, dass die Katzen eben machen, was immer sie wollen. Achtung, Spoiler!!! Wirklich erziehen kann man Katzen nicht, finde ich, dafür sind sie viel zu unabhängig und eigensinnig. Man kann ihnen aber durchaus einzelne Dinge beibringen. Immer mit der Gefahr, dass die Katze unsere Erziehungsversuche gegen uns verwendet und genau das gestaltet die Erziehung doch recht holperig. Zum Beispiel, wenn sie Futter möchte oder raus will. Damit meine ich, dass die Katze letztendlich in jeder Situation neu für sich entscheidet, ob sie den Anweisungen folgen mag oder eben nicht.

Im Grunde kann Pelle ja machen, was er mag. Er soll sich nur an ein paar kleine Regeln halten. Die wären: nicht auf den Tisch springen, nicht auf dem Tisch sitzen, die Morgenwäsche nicht auf dem Tisch machen und nicht auf dem Tisch schlafen. Bei uns ist das tatsächlich hauptsächlich der Esstisch, der mitten im Raum steht. Von Beginn an haben wir Pelle vom Tisch gescheucht, wenn er darauf saß. Ich bin mir ganz sicher, dass er weiß, dass er nicht auf den Tisch soll und in der Regel geht er da auch nicht oft drauf. Wenn er aber Aufmerksamkeit möchte, weil er meint, es sei Zeit für sein Abendbrot, sitzt er sofort auf dem Tisch. So könnte man sich die Frage stellen, wer hier eigentlich wen erzieht ;) Es klappt also so halb mit der Erziehung. Meist nimmt er die Regel ernst, mindestens genauso oft bricht er sie ganz bewusst. Ich finde, das ist ganz typisch für Katzen, oder? Wenn Pelle raus möchte, zerrupft er gerne sämtliche Arten von Papier. Fast so, als würde er uns erpressen, nagt er kleine Stücke aus Brottüten, Zeitungen oder Kartons. Um ihn davon abzuhalten, klatsche ich laut in die Hände. Manchmal hilft das, oft bekomme ich aber nur einen müden Blick zugeworfen, währenddessen er genüsslich das Papier zerrupft.

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die versuchen, ihre Katze durch Erziehung hörig zu machen. Solange die Katze artgerecht gehalten wird, ist das sicher die eigene Entscheidung. Für mich persönlich kommen härtere Erziehungsmethoden, wie z. B. Wasserpistolen oder dolles Anschreien aber nicht infrage. Pelle ist ein sehr ausgeglichener Mitbewohner, der wirklich selten Ärger macht. Vielleicht klingt das abgedreht, aber wir haben eine gute Basis, um miteinander zu kommunizieren. Unsere Kommunikation besteht aus Körperkontakt und Wörtern (von mir) & Maunzen (von ihm). Unsere Beziehung basiert auf Zuneigung und manchmal ein bisschen beleidigt sein, ich würde unsere Beziehung nie durch irgendeine Form von “Gewalt” beeinflussen. Davon abgesehen bin ich der Meinung, dass Katzen die meisten Dinge nicht ohne Grund tun und es bringt meist sehr viel, wenn man die Ursache für ein bestimmtes Verhalten sucht. Katzen verstehen direkte Bestrafung oft auch gar nicht. Wer damit nicht umgehen kann, dass die Katze eigenwillig ist und nicht auf alle Befehle hört, der sollte sich eher einen Hund oder so zulegen. Meine Nachbarin sagt immer, dass Menschen, die selber nicht frei in ihrem Denken sind, nicht mit Katzen umgehen können, weil sie es nicht ertragen können, dass Katzen sich einfach ihre Freiheit nehmen. Ja, ich weiß, ein bisschen eso, aber doch auch so schön und treffend.

Wie sind denn eure Meinungen zum Thema Katzenerziehung? Habt ihr es mal versucht?

 

 

 

 

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1 Comment

  • Reply
    Victoria
    2. Mai 2018 at 19:06

    Liebe Berit,
    Unsere Katzen dürfen auch nicht auf den Tisch. Das sie sich daran nicht halten, wenn wir arbeiten sind, seh ich an den Haaren auf dem Tisch :D
    Unsere wissen auch ganz genau, was sie nicht dürfen und wenn sie es doch machen, dann werden sie ange“kscht“ :D sie hören dann auch sofort auf. Ansonsten ist hier viel kuscheln und reden respektieren der jeweiligen Grenzen angesagt. Also ich respektiere die Grenzen, die Katzen manchmal weniger.
    Liebe Grüße
    Victoria

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