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Bin ich eigentlich schön? 2. Kapitel

 

Vor einiger Zeit habe ich mir hier auf dem Blog sehr laut Gedanken über Schönheit und Selbstoptimierung gemacht. Hier geht es zu dem Blogpost. Es macht mich immer ein bisschen nervös einen Post zu einem heikleren oder persönlicheren Thema rauszuhauen. Dank euren Reaktionen weiß ich aber das es gut war diesen Post mit meinen Gedanken zu veröffentlichen. Ihr habt mich umgehauen und ich danke euch von Herzen für die Kommentare, Nachrichten, das Teilen und die E-Mails! Eure Reaktionen stehen dafür, dass ich nicht alleine bin und wir alle in diesem Boot ausharren.

In meinem Post im April ging es aber nicht nur um meine Gedanken, sondern um einen Entschluss! Ich habe im April den Entschluss gefasst, den uns auferlegten Selbstoptimierungsdrang nicht mehr mitzumachen. Ich habe mich bewusst auf den Weg begeben, Erwartungshaltungen abzuschütteln und auf mich zu hören. Nicht länger wollte ich mir von Instagramfotos, Blogposts, der Werbung etc in mein Unterbewusstsein pflanzen lassen, wie ich zu sein habe. Nun sind es fast vier Monate später und ich möchte euch von der letzten Zeit berichten. Ich habe mein Vorhaben sehr ernst genommen und mir ist es ganz gut gelungen, mich auf mich zu besinnen und die Selbstoptimierung sehr kritisch zu hinterfragen. Ein paar Dinge, die ich gelernt habe und die mir geholfen haben, schreibe ich mal auf. Ich freue mich sehr, wenn wir die Liste zusammen erweitern <3

(Ehm, bitte lest diesen Post nicht als die mega Lebenstipps oder gar belehrend. Ich möchte nur meine Erfahrungen und Gedanken aufschreiben und diese hier zum Austausch stellen.)

 

 

1. Fang bei dir an! Ja, ganz wichtig ist es bereit dazu zu sein sich mit sich auseinanderzusetzen. Das passiert auf unterschiedlichen Ebenen. 1. das Äußere: Ich glaube daran, dass ich mich selbst akzeptieren muss, um mich von Selbstoptimierung von außen zu befreien. Also habe ich mich selbst mal sehr genau angeschaut und über Wochen in mich hinein gefühlt. Dabei habe ich mich immer gefragt, ob ich mich so wohlfühle und ob ich zufrieden mit meinem Äußeren bin. Das Ergebnis ist, dass ich mich zwar ziemlich wohlfühle, aber gerne ändern möchte, dass ich mich zu wenig bewege. Ich möchte mich fitter und vitaler fühlen und arbeite da jetzt langsam dran. Immer öfter düse ich mit dem Rad, anstatt das Auto zu nehmen und häufig gehe ich nach einem Tag am Schreibtisch noch ne Runde spazieren. Ich glaube, dass es enorm wichtig ist, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und sich zu spüren. Probleme mit dem eigenen Äußeren zu ignorieren bringt nichts und das macht auf Dauer unglücklich. Oft ist es leichter sich selber einfach so zu nehmen, wie man ist. Das halte ich grundsätzlich für gut. Mindestens genauso gut ist es meiner Meinung nach allerdings auch Dinge an sich zu ändern, die einen selber stören. 2. das Innere: Selbstverständlich dreht sich nicht alles nur um unser Aussehen, das ist mir klar. So, wie wir uns selber betrachten und akzeptieren sollten wir auch andere akzeptieren. Und zwar nicht nur Menschen, die uns ähnlich sind, oder gleich ticken, nope, gerade Menschen, die total anders unterwegs sind. So schaue ich nicht nur mit viel Respekt auf mich, sondern auch auf andere. Wir alle haben Sachen, die wir nicht mögen oder gar verurteilen, ich spreche mich da nicht frei von, im Gegenteil stecke ich häufig Menschen in Schubladen. Das möchte ich dringend ändern, denn bringen tut es mir rein gar nichts.

 

2. Entfolgt Menschen, die ihr gar nicht gut findet, die euch vielleicht sogar nicht gut tun. Sehr simpel und sehr befreiend! Ich bin meine Instagramliste durchgegangen und habe einige Leute gelöscht, an denen mich etwas stört und die teilweise Negatives in mir auslösen. Im Internet steht uns ein riesen Pool an Fotos, Videos und Geschriebenem zur Verfügung und wir entscheiden eben selber, was wir uns reinziehn und was nicht. Ja, manchmal ist man einfach neugierig und folgt diesen negativen Menschen gerade, um sich aufzureiben. Das bringt uns kurzzeitig eine Art Bestätigung, langfristig ist das aber giftig für uns. Also, ran an die Tasten und ein paar Leute auf Instagram löschen, einigen Blogs entfolgen und den ein oder anderen Newsletter abbestellen!

 

3. Macht euch immer wieder bewusst, dass in den Medien ganz viel Fake ist. Instagrambilder sind arrangiert, Fotos in Magazinen sind übelst bearbeitet und selbst auf Snapchat oder Stories achten viele User darauf, sich möglichst vorteilhaft zu filmen. Dadurch, dass ich diese Medien selber hart nutze, ist mir meist bewusst, dass Tricks angewendet werden. Denn ehrlich gesagt poste ich auch arrangierte Fotos und filme mich öfter vorteilhaft, als unvorteilhaft. Den Blick von zwei Seiten zu haben, einmal als Konsument und einmal als der, der Content raushaut, hilft mir ungemein, allzu glatte Fotos mit einem Lächeln zu betrachten. Mein Alltime- Favourite sind die nackten Beine mit Kaffeetasse, Macbook, Stulpen, Katze oder Buch im Bett, von oben fotografiert. Das sind ja oft sehr schöne Fotos, aber denkt bitte mal an das Verrenke mit dem Arm am Handy. Oder machen die die echt mit Stativ? Auch bekloppt, sich unter das Stativ zu hocken, die Beine zu strecken, nach der Kaffeetasse zu greifen oder die Finger auf die Tastatur vom Mac zu legen und gleichzeitig den Auslöser zu drücken?!

Ich hampel selber sehr viel für Fotos rum, nur halt nicht aufm Bett in Stulpen, und solange das demjenigen Spaß macht, finde ich das super. Nur sollte uns Usern eben klar sein, dass hinter so vielen Fotos, die wir täglich konsumieren, viel Aufwand und Täuschung steckt. Da hebt die schlanke Frau ihre Beine so an, dass die Beine möglichst dünn aussehen, und haut den Filter drüber, der die Beine glatt und braun macht. Also beware of the Filter and the Stylingtrick ;)

 

4. Der ständige Vergleich macht uns unglücklich! Oder: Die sind alle Menschen! Wie oft erwischen wir uns bei Gedanken wie „Die hat viel schönere Füße als ich, meine sind so breit.“ Oder „Die kann echt alles tragen, meine Oberweite ist viel zu klein für so ein Oberteil.“ Oder „Wie schafft die das alles? Ich würde das nie packen.“ Ich führe die Liste bewusst nicht ewig weiter, denn das will ich gar nicht. Ihr wisst, worauf ich hinaus will: Woanders ist das Gras immer grüner (sagt man das so?). Heißt, wenn wir uns mit anderen vergleichen, dann sehen wir besonders oft unsere negativen Eigenschaften/Äußerlichkeiten und vergleichen die mit den Positiven des anderen. Achtet mal drauf! Das stimmt echt! Ich habe mich jetzt Monate dabei beobachtet und ich bin da echt weltmeisterhaft drin. Mich hat das, gelinde gesagt, gestört und ich habe angefangen nach den negativen Eigenschaften/Äußerlichkeiten der Menschen zu gucken und natürlich immer welche gefunden. Erst hat das ein bisschen viel Spaß gemacht und dann kam ich mir aber schnell schäbig vor. Also Makel an Frauen, die auf den ersten Blick superschön sind, zu suchen, damit ich mich besser fühle ist panne aber es hilft, im Hinterkopf zu haben, dass die natürlich auch Makel haben. Um mich weniger schäbig zu fühlen und um mit meinen Gedanken dazu weiterzukommen, begann ich mit Freundinnen darüber zu sprechen. Innerhalb von zwei Minuten fand ich raus, dass meine Freundinnen das genauso machen, wie ich bis dato: unser Minus mit dem Plus der anderen Frauen vergleichen und wir schneiden am Ende immer schlecht ab. Puh, warum machen wir das? Das ist doch schlichtweg sinnlos und bekloppt! Also mir hilft es sehr, diesen Mechanismus bewusst zu stoppen. Eher mache ich mir klar, dass alle Frauen (ja, klar Männer auch) ihre Makel haben, denn sie sind genauso menschlich, wie du und ich. Egal, wie hübsch oder perfekt eine Frau in deinen Augen ist, sie hat etwas an sich, mit dem sie hadert, genau wie du. Ganz sicher! Wir sehen nur die Oberfläche und ziehen daraus Schlüsse, das ist falsch. Die Frau, von der du denkst, sie kriegt immer alles gewuppt und führt ein perfektes Leben, liegt abends heulend im Bett, wegen Dingen, auf die du gar nicht kommst bzw., die du an ihr nicht siehst!

 

Meine Liste ist ein ganz kleiner Anfang mit Impulsen für mehr Selbstakzeptanz oder mehr auf Selbstoptimierung kacken können. Ich freue mich sehr darüber, wenn ihr mir Feedback gebt und noch mehr Ideen oder Tipps habt! Bitte schreibt mir von euren Erfahrungen und Gedanken.

 

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