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auf Instagram ist alles schön

schöne instagramfotos

Als Blogger entwickelt man ja so ein paar Fotomarotten. „Ey, kannst du diese Blume da mal eben vor die Wand halten? Nee, halte die mal bitte anders. Deine Hand sieht auf dem Foto voll komisch aus.“ „Ich habe im Internet ein superschönes Restaurant entdeckt, da kann ich bestimmt ein super Foto für Instagram machen.“ „Kannst du die Kaffeetasse mal eben fürs Foto halten? Mein Nagellack sieht schon so kacke aus.“

Wir Blogger tun sehr viel für ein schönes Foto. Ich beispielsweise: stehe mitten auf einem Parkplatz, Blumenstrauß unterm Arm, Kaffeetasse in der Hand, Handy fürs Foto in der anderen Hand. Das mich die Leute anglotzen ist mir völlig egal. Ich möchte mein Foto und noch wichtiger: Mir macht das Spaß!

Ja, genau. Mir macht es Spaß möglichst schöne Instagramfotos zu machen und mir geht es gegen den Strich, dass genau das ständig kritisiert wird. Seit der Erfindung von Instagram wird das Internet von Artikeln über zu perfekte Fotos auf eben dieser Plattform geflutet. Alle sind für mehr Realität auf Instagram und posten trotzdem immer hübsche Fotos. Das ist doch die größte Instagramlüge überhaupt, oder nicht? Ich investiere nicht in jedes Foto 30 oder gar 60 Minuten, aber es kommt vor. Ganz oft sind Fotos zackig mit dem Handy geschossen und hochgeladen. Fast genauso oft sind z.B. Blumen aber arrangiert und lange fotografiert und bearbeitet, bevor sie hochgeladen werden. Ganz ehrlich, das ist meine Realität! Es gehört zu der Realität eines Bloggers, sich um seine Fotos zu kümmern und viel Zeit damit zu verbringen. Kaum ein Blogger möchte unaufgeräumte Ecken aus der Wohnung zeigen, und mit großer Wahrscheinlichkeit möchte der Leser das auch gar nicht sehen. Ich bin mir sogar sicher, dass wenn mal eine rüsselige Ecke gezeigt wird, selbst diese mit Bedacht gewählt ist. Gibt ein Blogger vor euch seinen Alltag oder sein Chaos zu zeigen, kann auch das inszeniert sein. Wir wissen nie, wie viel von dem unserer Interpretation von Realität entspricht. Trotzdem schreien alle laut „Ja, wir sind für mehr Realität auf Instagram!“ Als Blogger oder Instagramer möchte man inspirieren, sich weiterentwickeln, besser werden und ja, man möchte auch möglichst viele Herzen. Mit schlechten Fotos gelingt das meistens nicht. Das ist meine ehrliche Instagramwahrheit und die wollte ich längst mal aussprechen.

 

schöne fotos auf instagram

Es gibt so viele Dinge, die ich anders mache als andere Blogger. Es gibt sogar Dinge, die auf anderen Blogs auftauchen, die ich richtig kacke finden. Manche Blogger präsentieren sich in einer Art, die mich nicht anspricht, manche Themen finde ich zum Kotzen. So ist das, wie im Leben eben. Trotzdem denke ich immer, dass jeder Einzelne für sich entscheidet, warum er was, wie postet oder schreibt. Genauso ist es mir extrem wichtig, auf meinem Blog mein Ding zu machen. Ich ganz alleine entscheide über jedes Foto und das ist meine Realität. Meine Realität ist gut für mich und das sollte akzeptiert werden. Genauso mache ich es mit dem 10. Post über Nagellack oder der mit Zwang hingerotzten Sonntagskolumne.

In der Natur der Fotografie liegt ein möglichst gelungener Bildaufbau und eine möglichst ansprechende Qualität. [selbstverständlich nach eigenem Geschmack und Verständnis davon]Mit diesen Augen schaue ich auf die Instagramwelt und freue mich über schöne Fotos. Mir ist bewusst, dass Instagramprofile aufgeräumt werden, bevor der Besuch kommt. Ist doch im Leben auch so, warum sollte es auf Instagram anders sein? Wir können nicht wissen, wie viel an einem Menschen Fassade und wie viel Realität ist. Was ist Fake und was kommt von Herzen? Die ungeschminkte Wahrheit begegnet uns selten und, wenn wir mal ehrlich sind, zeigen wir die auch nicht allzu oft. Instagram ist also viel mehr Realität, als all diese Artikel je behauptet haben, oder?

 

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7 Comments

  • Reply
    Tine
    18. Mai 2016 at 22:26

    Also ich freu mich über deinen Beitrag!
    Ich sehe es nämlich ähnlich wie du. Gerade als Blogger bin ich bedacht darauf, doch recht nett aussehende Fotos online zu stellen und nicht irgendwelche Schrapnellen-Fotos, die jeder x-beliebige hätte schießen können.

    Auf meinem Blog würde ich schließlich auch nie Fotos posten, die ich per se kacke finde…. Und nur weil ich ein schönes Foto poste, heißt es ja nicht automatisch, dass es nicht der Realität entspricht. Es ist ja trotzdem bei einem (in meinem Fall) Foodshoot entstanden. Naja und für meine Leser suche ich halt das Beste raus, um es dann auf dem Blog, auf IG oder sonst wo zu posten.

    Realität ist immer schön im Leben, aber manchmal wühle ich mich auch Stunden durch IG und Pinterest um nicht immer nur Realität, sonder auch die „angehübschten“ Seiten des Lebens zu sehen….

    In diesem Sinne
    ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
    Tine

  • Reply
    Planet Hibbel
    19. Mai 2016 at 10:53

    Ich sehe das wie Du, liebe Berit! Die nackte Wahrheit sehe ich alltäglich in meinen eigenen 4 Wänden. Da muss ich mir nicht noch das Chaos anderer Leute reinziehen. Ich nutze Instagram als Inspirationsquelle und liebe es mir schöne Fotos anzuschauen. Ich schaue mir aber nicht gerne verwackelte, schiefe, dunkle Bilder an die lieblos zwischen Tür und Angel geschossen wurden und rein gar nichts vermitteln. Aber klar hat auch alles seine Grenzen. Diese Feeds wo nur perfekt durchgestylte Mütter mit ihren ebenfalls perfekt aussehenden Kindern zu sehen sind, gehen mir auch manchmal auf den Keks, denn in der Tat ist das meist fern von der Realtität. Ich denke man sollte da einen gesunden Mittelweg finden. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß beim Fotografieren und Inszenieren! GlG, Nadine

  • Reply
    Haydee
    19. Mai 2016 at 12:28

    Haha.. so jetzt hab ich auch geschnallt, dass du dazu einen Post geschrieben hast – und nicht nur zur Diskussion in der Gruppe anregen wolltest, gg. Manchmal ist es gut, dass Gehirn einzuschalten…
    Ich habe bei so ziemlich jeden Satz genickt. So isses. Wobei ich auch glaube, dass durchaus vieles der Realität entspricht, vielleicht nur ein wenig „verbessert“. So wie ich mir morgens erstmal ein Gesicht male eben. Ein Gesicht hab ich ja auch vorher – aber mit „sichtbaren“ Wimpern, die eben dunkel und nicht helllblond sind, siehts einfach besser aus…

  • Reply
    Dana | hello-danane
    21. Mai 2016 at 14:02

    Da gebe ich dir absolut Recht.
    Ich habe vor längerer Zeit auch mal versucht zu mehr Realität auf IG aufzurufen.
    Irgendwann ist mir aber bewusst geworden, dass ich die knallharte Realität gar nicht sehen möchte. Ich stehe auf schöne <– Fotos aus dem realen Leben.
    Womit ich persönlich allerdings nicht leben kann, sind diese Accounts die mit ihren perfekten Beinen im Bett liegen. Daneben steht der Kaffee und die Grapefruit. Ja, na klar.
    Oder Accounts die die 8. Lieblingsuhr am gebräunten Handgelenk zeigen.

    Ich habe mir deshalb noch einen 2. IG Account eingerichtet. Ganz allein für mich. Da gibt es nur Bilder mit den alten IG-Filter. Irgendwie schön so ein wenig back to basic.

    Liebste Grüße

  • Reply
    Garten Fräulein
    23. Mai 2016 at 21:35

    Toller Beitrag-finde ich super, dass du das mal ansprichst und ich bin total bei Dir! Ganz liebe Grüße und auf noch viele wunderschöne blumige Bilder :-)

  • Reply
    Charlotte
    25. Mai 2016 at 22:02

    Gut gebrüllt, Berit! Du sprichst mir aus der Seele irgendwie. Letztens habe ich Bilder unter dem Hashtag #fuermehrrealitaetaufinstagram durchgescrollt und konnte da weder Realität noch schöne Fotos finden. Ich finde ja hin und wieder die Kopfnüsse, die hier ausgeteilt werden ganz gut- Man sollte eben nicht vergessen, dass die Leute die Fotos inszenieren, dass niemand mit Wollstutzen und kurzer Pyjama-Hose, Kaffeetasse bei der der Milchschaum überquillt und Mac Book Pro Sonntags im Bett aufwacht. Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht Fotos ansehen und sie gut finden darf. Durch schön inszenierte Fotos habe ich schon oft Lust bekommen, mich mit einem Buch und einer Tasse Kaffee ins Bett zu kuscheln, einen schönen Strauß Blumen zu kaufen oder einen langen Spaziergang zu machen. Genauso aber auch durch Schnappschüsse, bei denen man gleich erkennt, dass keine halbe Stunde in dieses Bild investiert wurde. Also gebe ich dir vollkommen Recht- immer alle auf dem Boden bleiben. Jeder sollte sein Ding so machen, wie er oder sie es für richtig hält. Der Rest ergibt sich dann ohnehin von allein ;)
    LG
    Charlotte

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    Anette
    16. Juni 2016 at 16:03

    Aloah ohé, Berit!
    Also für mich macht Instagram gerade deshalb so viel Spaß, weil es theoretisch schöne Fotos für jedermann möglich macht. Für mich ist die Realität eh nicht im Netz, sondern offline im Hier und Jetzt – jenseits irgendeines Bildschirms. Das wahre Leben findet nicht im Netz oder auf instagram statt.
    Ich fotografiere sehr gerne und denke, dass es auch trotz Filtern und diversen Apps zur Bildbearbeitung längst nicht jeder schafft, wirklich sehenswerte Fotos zu posten. Allein ein netter Filter macht noch lange kein gutes Bild. Aber trotzdem macht es Sinn, Fotos ein klein wenig aufzuhübschen, wenn sie z.B. zu dunkel geraten sind. Und den richtigen (spannenden) Bildausschnitt übernimmt kein Filter.
    Ich mag die Mischung aus netten Schnappschüssen aus der Realität – für die Zuschauer ein wenig aufgehübscht. Das perfekte Foto erwarte ich nicht bei instagram, wohl aber etwas Mühe und ein gewisses Tüpfelchen auf dem „i“.
    Also zur Frage „Mehr Realität auf Instagram?“ Ich glaube, dann würde sich niemand mehr dafür interessieren, der gute Fotos mag.
    Liebe Grüße!
    Anette

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